Auch die Fairtrade-Stadt Walldorf war wieder mit dabei. Im Zeitraum vom 12. bis 26. September 2025 gab es in Walldorf ein buntes Programm mit vielen interessanten Veranstaltungen und abwechslungsreichen Aktionen.
Faire Woche 2025 mit vielen nachhaltigen Aktionen
„Fair handeln - Vielfalt erleben!“ war das diesjährige Motto der Fairen Woche.
Faire Woche in Walldorf startet dieses Mal beim Flohmarkt
Am Samstag, 13. September fand in der Fußgängerzone ein Straßenflohmarkt statt. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten das gute Wetter zum Stöbern und Feilschen bei einem der knapp 60 Stände oder beim Kinderflohmarkt auf dem Sparkassenvorplatz.
Die Fairtrade Steuerungsgruppe war mit einem Stand auf dem Marktplatz vertreten. Neben fairen Getränken wurden auch faire Schokoriegel verkauft und über die Faire Woche und Fairtrade in Walldorf informiert.
Kinofilm „Everything will change“ macht darauf aufmerksam, dass wir nur eine Erde haben
Thomas Bensch, Sprecher der Walldorfer Fairtrade-Steuerungsgruppe, freute sich, im Kinosaal rund fünfzig interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer begrüßen zu können. Er machte neugierig auf den Film und warb für die vielfältigen Veranstaltungen, die im Rahmen der „Fairen Woche“ in der Astorstadt über die Bühne gehen. Als Appetitanreger wanderte ein Korb mit fairer Schokolade und Teebeuteln durch die Reihen, aus dem sich alle bedienen durften, ehe es mit großen Schritten aus der Gegenwart in die Zukunft (und später wieder zurück) geht.
Das Publikum kam bei diesem Film sichtlich auf seine Kosten. Einige der Besucherinnen und Besucher danken nach der Vorstellung ausdrücklich der Fairtrade-Steuerungsgruppe und der Stadt für die Möglichkeit, den Film im Kino sehen zu können, und das sogar kostenlos.
Waldpädagogin Sabrina Ehnert zeigte, wie man Papier herstellt
Aus altem Papier etwas Neues schaffen – wie das geht, zeigte die Waldpädagogin Sabrina Ehnert im Rahmen der Fairen Woche. An dem Angebot nahmen fünf Familien mit neun Kindern teil. Zunächst machte Sabrina Ehnert auf den „Papierspender“ im Wald aufmerksam: die Bäume. Aus ihnen wird der Stoff hergestellt, aus dem unter anderem Zeitungen, Bücher und Toilettenpapier produziert werden. Das Holz müsse dafür erst ganz fein gehäckselt werden, erklärte die Waldpädagogin, die zu Beginn der Veranstaltung deutlich machte, was im Mittelpunkt stehen sollte: „Heute wollen wir ausprobieren, wie man aus altem Papier wieder neues Papier macht.“
Im Waldklassenzimmer hatte sie dafür schon alles vorbereitet: altes Zeitungspapier, das sie am Tag zuvor bereits kleingeschnitten und in einem Eimer mit Wasser hat einweichen lassen. Nach einer kurzen Einführung, welche einzelnen Schritte es zur Papierherstellung braucht, legten die Kinder auch schon los. Das eingeweichte Papier wurde samt Wasser in einen größeren Bottich umgefüllt, was das Herausfischen der Papiermasse mittels eines Netzes, das aus einem Bilderrahmen und einer Strumpfhose hergestellt wurde, erleichterte. Nun konnte der nasse Klumpen Papier in ein Sieb gelegt und ausgedrückt werden – so erhielt man eine Art Schüssel, die nur noch zum Trocknen in die Sonne gelegt werden musste. Oder man drückte einen Klumpen Papier zwischen zwei Tüchern platt und legte es dann ebenfalls zum Trocknen in die Sonne.
Alle Kinder hatten sichtlich viel Spaß und machten gerne mit. Das selbst gemachte Papier durften die Kinder am Ende mit nach Hause nehmen.
Teilnehmer kochten im Begegnungshaus leckere Suppe
Rund 15 Teilnehmer sind der Einladung der Fairtrade-Steuerungsgruppe und des Vereins Begegnungen zum gemeinsamen Kochen einer „Suppe mit Geheimnis“ und anschließendem Essen im Begegnungshaus im Rahmen der Fairen Woche gefolgt. Dabei sind auch Familien mit ihren Kindern.
Zunächst werden die Zutaten für die Suppe gemeinsam vorbereitet. Dafür liegen Schneidebretter, Messer und Gemüseschäler sowie Schüsseln bereit. Nun werden Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch geschält und anschließend gewürfelt. Zwei große Kochtöpfe stehen schon auf dem Herd, in denen zunächst Zwiebeln und Knoblauch angedünstet und dann mit den anderen Zutaten zusammen mit Wasser und Gewürzen vermengt werden. Außerdem kommt in die Suppe noch eine Geheimzutat. Doch dazu später mehr.
Nachdem die Zutaten in den beiden Kochtöpfen zum Kochen gebracht werden, überbrücken die Teilnehmer die rund 30 Minuten Wartezeit im Raum nebenan und spielten miteinander. Allmählich macht sich ein angenehmer Duft in den Räumlichkeiten breit und nach einer Stichprobe, die bestätigt, dass die Kartoffeln gar sind, kommt ein Stabmixer zum Einsatz, mit dem die Zutaten noch zur richtigen Konsistenz püriert werden. Dann kann endlich gegessen werden, der angenehme Duft nach Essen, hat den Appetit anscheinend schon bei allen angeregt. Jeder bekommt einen Teller mit Suppe ausgehändigt, wer möchte, kann sich Baguette dazu nehmen, das in Scheiben geschnitten in einem Korb liegt.
Der erste Eindruck von der Suppe ist durchweg positiv. Die geheime Zutat - Banane - ließ viele Teilnehmer staunen. Tatsächlich wurden einige Bananen, natürlich Fairtrade, als Zutat verwendet. Diese runden die Suppe mit ihrer Süße ab. Das Rezept habe man auf der Homepage von Fairtrade Deutschland entdeckt. Rausschmecken kann man die Bananen tatsächlich nicht, sind sich die Teilnehmer einig. Aber lecker sei die „Suppe mit Geheimnis“ in jedem Fall.
Faire Küche trifft Weltgeschmack
Kochkurs im Rahmen der Fairen Woche bringt neue Rezeptideen auf den Tisch
Am Anfang des Abends blickten die Teilnehmenden auf Rezepte und Zutatenlisten und fragten sich noch, was wohl daraus wird – am Ende waren alle begeistert vom Ergebnis. Im Rahmen der Fairen Woche hatte die Steuerungsgruppe Fairtrade zusammen mit der Volkshochschule Südliche Bergstraße zum Kochkurs in die Schulküche der Realschule geladen.
Unter dem Motto „Einmal um die Welt mit Löffel und Liebe“ ging die kulinarische Reise unter der Leitung von Melanie Brühl los – mit einem westafrikanischen Erdnuss-Eintopf mit Süßkartoffeln und Wirsing sowie einer lateinamerikanischen Quinoa-Gemüsepfanne mit Schwarze-Bohnen-Salsa. Sie mündete in einem indonesisch inspirierten Kokos-Milchreis mit Zimtpflaumen sowie Espresso-Crêpes mit Passionsfrucht und veganem Joghurt. Im Mittelpunkt standen nicht nur Fairtrade-, sondern auch regionale Produkte.
Bevor sich die zehn Teilnehmerinnen und zwei Teilnehmer auf die Kochinseln verteilten, begrüßte Wirtschaftsförderin Susanne Nisius die Runde. Es sei das erste Mal, dass im Rahmen der Fairen Woche ein Kochkurs angeboten werde. Es habe aber schon zweimal ein gemeinsames Kochen im Begegnungshaus stattgefunden. Nisius verwies außerdem auf die Tätigkeiten und Ziele der Fairtrade-Steuerungsgruppe: „Wir setzen uns für das Thema Fairtrade ein, um die Welt ein bisschen gerechter zu machen.“
Schnell waren die Aufgaben für die Teilnehmenden verteilt: Gemüse waschen, schälen, klein schneiden, Wasser aufsetzen, Portionen abwiegen, Zutaten anbraten, Teig anrühren. „Gar nicht so einfach, wenn man sich in einer fremden Küche befindet“, stellte eine Teilnehmerin schmunzelnd fest. Nach einigen prüfenden Blicken in die Schränke wurden die passenden Utensilien aber gefunden und Messer, Messbecher, Töpfe, Pfannen und Schüsseln hervorgeholt.
In der Küche herrschte schnell rege Betriebsamkeit und viele angeregte Gespräche entstanden. Wie das Essen wohl schmecken mag? Espresso im Pfannkuchenteig – passt das? Wie lange muss der Wirsing kochen? Es wurde gefachsimpelt, aber auch Persönliches ausgetauscht. Einige der Teilnehmenden hatten schon Erfahrung mit einem Kochkurs gemacht. So wie Tina Fillinger, die sich für den Kurs angemeldet hatte, weil sie vegetarisches und regionales Essen „immer gut“ finde. Sie habe auch gereizt, neue Rezepte auszuprobieren. „Mir ist der faire Handel wichtig“, sagte Teilnehmerin Gabi Krämer de Carrasco, die sich in der Fairtrade-Steuerungsgruppe engagiert. Besonders begeistert sei sie von den Espresso-Crêpes.
Viele der Teilnehmenden freuten sich, Speisen mit Zutaten zuzubereiten, die sonst eher selten Anwendung in der heimischen Küche finden. Für Hilfestellung stand Kursleiterin Melanie Brühl Rede und Antwort, die auch hier und da einen prüfenden Blick in die Töpfe und Pfannen warf. Mit der Zeit vermischten sich die Aromen der köchelnden Zutaten im Raum, was bei vielen den Appetit ankurbelte. Gut, dass das Abschmecken ein wichtiger Bestandteil des Kochens ist, waren sich die Teilnehmenden einig.
Nach und nach bewegte sich der Abend auf seinen Höhepunkt zu, und der Tisch konnte gedeckt werden. Wie bei einem Buffet nahmen sich die Teilnehmenden das Essen aus den Töpfen und Pfannen – ganz nach eigenem Belieben. Nachdem die ersten Bissen genommen waren, war der Tenor schnell klar: Das schmeckt wirklich gut. Fleischbeilagen vermisste bei dem rein veganen Essen niemand. Auch der Nachtisch kam bestens an.
Festtafel "Eine Welt" und Plakatausstellung in der Sparkasse
Während der Fairen Woche war in der Sparkasse die Festtafel "Eine Welt" ausgestellt, an der die Besucherinnen und Besucher auf unterschiedlich hohen Stühlen Platz nehmen konnten. Die Stühle stehen für verschiedene Länder dieser Erde mit zum Beispiel ungleichen Lebenserwartungen.